„Was ist das Grüne in der Soße?“

Der Tag war wunderschön. Wir, das sind meine Frau, unsere beiden Kinder und ich, waren bei herrlichstem Sommerwetter im Schwimmbad. Wir haben gelacht, gespielt, geplanscht, waren albern und erlebten einen sehr glücklichen Tag miteinander.

Nun sitzen wir alle gemeinsam zu Hause in der Küche am Esstisch. Meine Frau hat gekocht und ich stelle folgende Frage: „Was ist das Grüne in der Soße?“. Plötzlich spürt jeder am Tisch, wie die Stimmung umschlägt, und meine Frau antwortet gereizt: „Mein Gott, wenn es Dir hier nicht schmeckt, kannst Du ja woanders essen gehen!“

Ich verstehe nicht, was geschieht. Ich verstehe die Reaktion meiner Frau nicht. Ich verstehe nicht, wie sich, für mich völlig grundlos, die Stimmung schlagartig so ins Negative drehen kann. Was ist passiert?

ENTWARNUNG:-): diese kleine Episode hat sich so nicht wirklich in meiner Familie abgespielt. Jedoch kennst auch Du sicherlich solche Situationen, in denen durch ein „MISSVERSTÄNDNIS“ ganz schnell negative Energien entstehen können. Es soll tatsächlich Menschen geben, die dann sogar streiten wollen, tagelang wenn nötig.

Warum entstehen solche Missverständnisse überhaupt? Was sind die Hintergründe und wie kann ich lernen, dies zu vermeiden?

Man kann jede Nachricht, die „gesendet“ wird (der gesprochene Satz bzw. die Frage), aus vier verschiedenen Blickwinkeln / Ebenen betrachten:

  • SACHINHALT (rein auf die Sache bezogen)
  • SELBSTOFFENBARUNG (was offenbart der „Sender“ über sich selbst?)
  • BEZIEHUNGSASPEKT (wie steht der „Sender“ zu mir und was hält er von mir?)
  • DER APPELL (was will der „Sender“ von mir?)

Missverständnisse kommen dann zustande, wenn der „Sender“ und der „Empfänger“ diese vier verschiedenen Ebenen unterschiedlich deuten und gewichten. Ich möchte dies an dem Beispiel von oben verdeutlichen:

Ich fragte: „Was ist das Grüne in der Soße?“ und meinte:

  • SACHINHALT: „Da ist was Grünes.“
  • SELBSTOFFENBARUNG: „Ich weiß nicht, was es ist.“
  • BEZIEHUNGSASPEKT: „Du wirst es wissen.“
  • DER APPELL: „Bitte sage mir, was es ist.“

Meine Frau verstand:

  • SACHINHALT: „Da ist was Grünes.“
  • SELBSTOFFENBARUNG: „Mir schmeckt das nicht.“
  • BEZIEHUNGSASPEKT: „Du bist eine miese Köchin!“
  • DER APPELL: „Lass nächstes Mal das Grüne weg!“

Ist das cool? So kann beim „Empfänger“ die Botschaft komplett anders ankommen als vom „Sender“ beabsichtigt. So entstehen unnötige Uneinigkeiten und Streitigkeiten.

Diese lassen sich sehr einfach verhindern. Erstens ist es sehr wertvoll, wenn Du Dir dieser vier Ebenen bewusst bist und den oben beschriebenen Mechanismus kennst. Und zweitens darfst Du sehr gerne nachfragen:

„Wie hast Du das verstanden, was ich Dir gerade sagen wollte?“

„Habe ich Dich richtig verstanden, was Du mir gerade sagen wolltest?“

Gehe einfach IMMER davon aus, dass Dein Gegenüber eine positive Absicht verfolgt. Und wenn Du diese nicht erkennen kannst, dann frage nach. Ich weiß, dass sich dadurch viele Konflikte bereits im Ansatz vermeiden lassen.

Wenn Du in Deiner Kommunikation so richtig gut werden möchtest, privat ebenso wie beruflich, empfehle ich Dir als Einstieg das Buch „Miteinander reden: Störungen und Klärungen“ von Friedemann Schulz von Thun. Für mein obiges, fiktives Beispiel habe ich mich von ihm inspirieren lassen:-).

Sei wach dafür, was der andere Dir sagen MÖCHTE.

Liebe Grüße, Dein Joe

 

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