Ich habe keine Zeit, um mich zu ärgern…

Liebe Leserin, lieber Leser,

da ich mich zur Zeit in Hamburg befinde, um gemeinsam mit drei tollen Menschen weiter an dem zu feilen, was ich Dir in Zukunft noch alles an Mehrwert bieten werde, fällt mein Blog-Beitrag in dieser Woche sehr knapp aus.

Knapp und mindestens genauso WERTVOLL:-).

Ich habe heute eine ganz praktische Idee für Dich. Wenn Du das nächste Mal meinst, Dich ärgern zu müssen, dann machst Du Folgendes:

Du schaust sofort auf die Uhr und sagst zu Dir:

„Oh, es ist 10:53 Uhr. Jetzt habe ich gar keine Zeit, um mich zu ärgern. Zeitliche Gründe – Du verstehst… O.k., ich ärgere mich dann um 19.00 Uhr darüber – da kann ich:-).“

Erledigt.

Wenn Du möchtest, stelle Dir einen Timer auf 19:00 Uhr. Du darfst Dich dann ärgern. Oder lasse es bleiben.

Mir hilft’s.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim „Ärgern nach hinten schieben aus zeitlichen Gründen“,

liebe Grüße aus Hamburg,

Dein Joe

 

WEG DAMIT!!!

WUT beginnt in mir aufzusteigen.

Dieser Ar… nimmt mir doch glatt rücksichtslos die Vorfahrt und zeigt dann mir auch noch den Vogel!

Ich spüre, wie mein Magen beginnt, sich zu krampfen.

Mein Atem wird kurz und flach. Meine Muskeln, jede einzelne Faser meines Körpers, sind angespannt.

Ein stechender Schmerz schießt in meinen Kopf.

„Du Ar…!!! ICH hatte Vorfahrt!!! Bist Du blind, blöd oder beides zusammen?“ höre ich mich selber schreien.

Ich fühle, wie ich im wahrsten Sinne des Wortes „ausser mir bin“. Ich bin nicht mehr Herr meiner Gefühle geschweige denn meiner Reaktionen.

Mein „Gegner“ ist schon lange weg. Inzwischen ist ein halber Tag vergangen. Ich treffe meine Frau und erzähle ihr davon. Und ich ärgere mich WIEDER. Das war ja auch ein Ar…

Wenn ich dem noch einmal begegne, dem erzähle ich aber was. Ich kann mich wiederholt ganz prächtig ärgern und erlebe alle Gefühle noch einmal.

Abends im Bett, ich möchte gerne schlafen, drehen sich meine Gedanken abermals um diesen Ar…

ICH HATTE DOCH RECHT! Ich hatte Vorfahrt!

Und ich fühle mich wieder schlecht, verärgert… die Welt ist ungerecht und der andere ein Ar…

STOPP!!! Ich will das nicht mehr. Ich will weg davon, so lange in diesem Wut-Gefühl gefangen zu bleiben. WEG DAMIT!!!

Doch wie soll das gehen?

Noch bis vor wenigen Jahren konnte ich mir ewig in solchen Situationen selber leid tun.

Es ging mir schlecht damit. Ich war das arme Opfer, ich fühlte mich machtlos.

Ich fühlte mich hilflos all meinen Gefühlen ausgeliefert, ob ich diese haben wollte oder nicht. Die Gefühle kamen ungefragt und nahmen mich einfach komplett ein.

Ich habe gelernt, dass dies nicht so ein muss. Ich bin kein Opfer mehr:-).

Ich habe gelernt, Gefühle, die ich NICHT mag, ganz schnell klein zu machen und WEG DAMIT.

Ich habe gelernt, Gefühle, die ich mag, die mich stärken und die mir gut tun, groß in mir zu machen.

Dieses „Lernen“ hat gedauert – es war Training, permanentes Training. Funktioniert das heute immer bei mir? Nein:-). Ich bin ein Mensch und keine Maschine.

Und es gelingt mir immer einfacher, ungebetene Gefühle klein zu halten, mich nicht komplett von ihnen einnehmen zu lassen. Ich nehme das Gefühl wahr und entscheide mich dann bewusst, es „weg zu machen“ bzw. klein zu halten.

Das Gefühl darf da sein, ich werde jedoch nicht mehr komplett zu diesem Gefühl.

Ich möchte eine „Notfall-Technik“ aus meinem großen Werkzeugkasten mit Dir teilen. Dieser Prozess hilft mir, ein unangenehmes Gefühl innerhalb einer halben Minute zu lösen und mich von ihm zu verabschieden.

Und bitte: TRAINING, TRAINING, TRAINING…

So darfst Du das machen:

  1. Nehme das Gefühl bewusst wahr – wo genau in Deinem Körper fühlst Du es – wie „stark“ ist es im Moment auf einer Skala von 1 – 10?
  2. SCHLIESSE DEINE AUGEN und atme ein paar mal tief ein und aus, um zur Ruhe zu kommen. Frage Dich nun: „Kann ich das Gefühl jetzt annehmen / akzeptieren / erlauben?“ Antworte Dir selbst ganz überzeugend: „JA! Das kann ich!“
  3. Nun frage Dich: „Kann ich das Gefühl jetzt los lassen?“ (Stelle Dir dabei vor, wie Du eine Flasche, in der das Gefühl steckt, mit Deiner Hand ganz krampfhaft festhältst). Antworte Dir dann selbst: „JA! Ich kann das Gefühl jetzt los lassen!“ (Stelle Dir dabei vor, wie Du die Flasche loslässt, sie zu Boden fällt und in dem Moment auch dieses Gefühl „aus Dir herausfällt“)
  4. ÖFFNE NUN DEINE AUGEN WIEDER und fixiere irgendeinen Gegenstand im Raum / in der Landschaft. Achte nun BEWUSST auf den ZWISCHENRAUM zwischen Dir und diesem Gegenstand. Es geht um den Raum zwischen Dir und dem Gegenstand. Dann frage Dich: „Kann ich jetzt etwas Gutes für mich geschehen lassen?“ „JA!“
  5. Und nun? Wie hat sich das Gefühl verändert? Wo ist es jetzt auf der Skala von 1 – 10?

Diesen Prozess darfst Du so oft machen, wie Du möchtest:-).

Mit viel Training kannst Du das bald „wie nebenher“.

Es fühlt sich so gut an, immer mehr mit tollen, starken, aufbauenden Gefühlen zu leben.

Wenn Du mehr darüber wissen möchtest, mehr lernen möchtest, melde Dich bei mir.

Mit gefühlvollen Grüßen,

Dein Joe

Auge NEU