„Wünschst“ Du noch oder „willst“ Du schon?

„Mein Schatz, ich wünsche Dir einen guten Tag.“

Mit diesem Wunsch habe ich mich heute früh von meiner Frau verabschiedet.

„Ich wünsche Dir einen guten Tag“ – das waren meine Worte.

Eine Stunde später lese ich in einem wunderbaren Buch von Peter Simon Fenkart. Ich verrate Dir nachher noch, welches Buch genau:-).

Ich lese das Kapitel „Vom Wünschen und Wollen“ und ein Satz auf Seite 128 rüttelt mich auf:

„Wir können Menschen einen guten Tag wünschen. Wenn wir aber konkret wollen, dass es ihnen gut geht, müssen wir etwas für sie tun.“

Ich fühle mich irgendwie beklommen, beschämt, betreten… entblößt.

Ich liebe meine Frau. Ich möchte wirklich, dass sie einen guten Tag hat. Es ist mir wichtig, dass es ihr gut geht. Und was tue ich heute ganz konkret dafür, dass sie einen wunderbaren Tag hat? Was mache ich für sie tatsächlich und faktisch? Wie trage ich effektiv dazu bei, dass ihr Tag toll wird?

Der Wunsch an sich ist schnell ausgesprochen. Wie sehr ist dieser Wunsch jedoch inzwischen zu einer Floskel geworden, die ich nur so vor mich hin sage? Wie oft sage ich diese Worte und bin in meinem Denken bereits bei meinem Tag und bei meinen Aufgaben, die auf mich warten?

Ehrlichkeit mir selbst gegenüber tut manchmal weh – jetzt zum Beispiel. Ich bin noch nicht immer so aufmerksam für das, was ich sage, wie ich es mir wünsche und bisweilen auch glaube, bereits zu sein.

Es ist da ein sehr feiner Unterschied zwischen „Wünschen“ und „Wollen“.

„Wünschen“ ist passiv.

„Wollen“ ist aktiv.

Wenn Du Dir etwas wünschst, einen besseren Job zum Beispiel, dann hoffst Du in Passivität darauf, dass Dir dieser neue Job schon irgendwie zufliegen wird. Du hoffst auf das Schicksal, auf einen glücklichen Zufall. Du hoffst, dass eines Tages dieser bessere Job wie durch ein Wunder plötzlich für Dich da sein wird. Du wirst jedoch in diesem „Wünsche-Modus“ nicht ins aktive Handeln kommen. Die Unterstützung durch Dein Unterbewusstsein wird sich beim reinen Wünschen in Grenzen halten. Ein Wunsch erscheint Deinem Unterbewusstsein nicht so wichtig, als dass es damit beginnt, alles zu tun, um diesen Wunsch für Dich auch wahr werden zu lassen.

Wenn Du allerdings etwas willst, wirklich willst, dann wirst Du auch etwas dafür tun. Im „Wollen-Modus“ wirst Du aktiv. Dein Unterbewusstsein nimmt die Wichtigkeit wahr, mit welcher Du einen neuen Job willst. Du wirst damit beginnen, aktiv nach Möglichkeiten und Chancen zu suchen und Du wirst sie finden. Dein Unterbewusstsein stellt Deine Wahrnehmungsfilter auf „neue Job-Gelegenheit“. Du wartest nicht darauf, dass Dir eine neue Arbeit zufliegt – Du suchst sie Dir. Kein Ziel und kein Wunsch auf dieser Welt bewegt sich von alleine auf Dich zu. Aussichtsreicher ist es, wenn Du Dich aufmachst, Deinem Ziel entgegen zu gehen.

Glaubst Du, Oliver Kahn hat es sich gewünscht, 8 x Deutscher Meister zu werden oder WOLLTE er das?

Glaubst Du, Michael Schumacher hat es sich gewünscht, 7 x Weltmeister in der Formel 1 zu werden oder WOLLTE er das?

Glaubst Du, Walt Disney hat es sich gewünscht, Disneyland Wahrheit und Realität werden zu lassen oder WOLLTE er das?

Was glaubst Du?:-)

Die Idee ist für Dich und für mich:

ab sofort wünschen wir nicht mehr, wir wollen.

Gleich nachher, wenn ich meine Frau wieder sehe, werde ich zu ihr sagen:

„Ich will, dass Du einen guten Tag hast. Was kann ich dazu beitragen?“

Spürst Du den Unterschied? Ich für meinen Teil finde diesen neuen Satz stark und kräftig. Damit drücke ich aus, was ich wirklich will. Ich will dazu beitragen, dass es ihr gut geht. Ich find´s geil:-).

Ach so – da war noch das Buch, welches ich Dir sehr ans Herz legen möchte:

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Dein Joe

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Keine Lügen mehr!

ICH WILL KEINE LÜGEN MEHR!

Ich werde direkt darauf hingewiesen, dass auch mein Leben , mein jetziges Leben, endlich ist. Meine Zeit in diesem Leben und auf diesem Planeten ist begrenzt. Ich weiß nicht, wie viel Leben ich noch vor mir habe.

Ich habe mich mit meiner Frau Carola darauf geeinigt, mindestens 104 Jahre alt zu werden. Wir haben noch viele Pläne, einiges zu erledigen, Träume umzusetzen, Ziele zu erreichen. Wir wollen diese gemeinsame Zeit.

Ich rechne: heute bin ich 45 Jahre jung, 104 Jahre möchte ich bleiben, Restlaufzeit noch 59 Jahre.

Diese verbleibenden 59 Jahre möchte ich in absoluter Ehrlichkeit leben. Ehrlich zu mir selbst, ehrlich zu meinen Lieben, ehrlich zu meinem Leben, ehrlich zu den Menschen, mit denen ich zu tun habe.

Ich weiß: nur Ehrlichkeit macht mich wirklich glücklich und zufrieden. Dann habe ich die Chance, ICH zu sein. Dann, und nur dann, entferne ich mich nicht von MIR, von dem, was ich wirklich bin und was mich ausmacht.

Ich bin nicht, was ich habe. Ich bin nicht, was andere über mich denken.

Ich bin, was ich MACHE. Ich bin, was ich LEBE.

„Ich liebe Dich“ zu sagen ist eine Sache – „wirklich tief und wahr zu lieben“ eine andere.

Sich eine „bessere Welt“ zu wünschen ist eine Sache – dazu beitragen und zu TUN eine andere.

Nur Ehrlichkeit macht mich glücklich und zufrieden.

Ehrlichkeit zu mir selbst:

  • Ich kann nur dann ehrlich zu mir selbst sein, wenn ich mich liebe so wie ich bin. Wenn ich alles an mir anerkenne und als einen Teil von mir verstehe.
  • Ich kann nur dann ehrlich zu mir selbst sein, wenn ich mir meine Ängste und meine Verletzlichkeit erlaube. Du wirst niemals eine ehrliche Beziehung und Verbindung zu Dir selbst haben können, wenn Du vor Deinen Ängsten wegrennst – wenn Du sie nicht wahrhaben möchtest und Dich Ihnen nicht näherst.
  • Ich kann nur dann ehrlich zu mir selbst sein, wenn ich aufhöre, anderen gefallen zu wollen um geliebt zu werden. Wenn ich klar bin darin, was ich wirklich will und wer ich bin – dann kann ich ehrlich zu mir selbst sein.

Ehrlichkeit gegenüber meinen Lieben:

  • Ich kann nur dann ehrlich zu meinen Lieben sein, wenn ich in aufrichtiger, wahrer, tiefer Liebe mit ihnen verbunden bin. Nur dann kann ich mich auch ihnen gegenüber in meiner Verletzlichkeit und mit meinen Ängsten zeigen. Nur dann können sich die Herzen füreinander öffnen.
  • Ich kann nur dann ehrlich zu meinen Lieben sein, wenn ich vertraue.

ICH WILL KEINE LÜGEN MEHR!

Ich weiß, dass Lügen und Unwahrheiten IMMER zu spüren sind und jede Lüge eine Wunde in unser gemeinsames Feld schlägt. Manchmal ist dies nur sehr subtil wahrzunehmen. Das Wort „subtil“ (aus dem lat. „subtexilis“) bedeutet „fein unter anderes gewebt“. Das passt. Es ist nicht immer offensichtlich spürbar, doch schwingt die Energie einer Lüge immer zwischen uns.

Auch eine verschwiegene Wahrheit kann dieselben Auswirkungen haben. Alles ist Energie, alles ist Schwingung, alles beeinflusst und wird wahrgenommen.

ICH WILL KEINE LÜGEN MEHR!

Ja, ich habe auch schon gelogen in meinem Leben. Da gibt es nichts zu beschönigen. Ich habe daraus gelernt. Ich habe mir verziehen.

Heute will ich das nicht mehr haben.

Ich weiß, dass die Wahrheit manchmal schmerzhaft ist. Eine Lüge ist noch schmerzhafter.

Ich habe vor Kurzem irgendwo gelesen: „Ein Herz möchte nur lieben.“

Das gefällt mir. Das unterschreibe ich.

Auch Dein Herz möchte nur lieben. „Lügen“ bereitet Deinem Herzen Schmerz.

LIEBEN – nicht lügen.

LIEBEN…

LIEBEN…

LIEBEN…

 

Verstehen…, verzeihen…, vergessen?

„Wenn Du einen Menschen wirklich liebst, dann achte darauf, dass Du diese Person niemals verletzt oder enttäuschst.“

Das klingt ja eigentlich ganz logisch und völlig normal, wieso soll ich jemanden verletzen oder enttäuschen, den ich liebe? Und ich bin ehrlich: ich habe in meinem Leben Menschen, die ich liebe und die mir sehr nahe stehen, in gewissen Situationen verletzt und enttäuscht.

Manchmal aus einer Wut heraus. Manchmal war ein Gefühl der Hilflosigkeit Auslöser für verletzende Worte oder Taten. Manchmal auch aus Feigheit. Mir hat der Mut gefehlt, offen und ehrlich zu sagen, was ich möchte, was ich mir wünsche, was mir fehlt. Gründe, die ich mir als Entschuldigung für meine verletzenden Handlungen zurecht gelegt habe, fand ich immer genug.

Heute möchte ich das für mich nicht mehr akzeptieren! Ich möchte die Menschen, die ich liebe, nicht mehr enttäuschen oder ihnen weh tun. Denn ich weiß heute, wieviel seelischen Schmerz ich dadurch dem Anderen zufüge. Und ich weiß, wie lange es dauern kann, diesen zu überwinden.

Zuerst beginnst Du zu VERSTEHEN, warum Du enttäuscht worden bist. Das ist ein sehr wichtiger erster Schritt. Es gibt immer einen Grund, eine Ursache. Nichts geschieht grundlos.

Dann kannst Du VERZEIHEN. Das ist in meiner Welt ein Leichtes. Und wenn Du wirklich liebst, aus Deinem innersten, liebevollen Kern heraus bedingungslos liebst, ist es noch leichter.

Schwerer ist das VERGESSEN. Ich kenne das von mir. VERSTEHEN und VERZEIHEN ist leicht für mich, VERGESSEN ist so schwer. Und das VERGESSEN wäre so wertvoll, denn ich werde immer wieder an alte Verletzungen und die damit verbundenen Schmerzen erinnert. VERGESSEN kann sehr lange dauern. Da hilft auch der gutgemeinte Rat „Lebe nicht immer in der Vergangenheit“ nicht viel. Leichter gesagt als getan. Ich habe da für mich noch kein immer funktionierendes „Rezept“ gefunden.

Ja, ich habe gelernt, mit diesen Gefühlen umzugehen, klar zu kommen, sie richtig einzuordnen. Und wie schön wäre es, sie komplett vergessen zu können.

Ich bleibe dran:-).

Und damit ich selber die Menschen, die ich liebe, nicht mehr verletzen werde, trainiere ich in meinen Beziehungen (zu meiner Ehefrau, zu meinen Kindern, zu meinen Freunden…) immer bewusster zu werden, was ich wirklich fühle. Und dann absolute Offenheit und Ehrlichkeit, gepaart mit Wertschätzung  und Liebe, dann ist für Verletzung und Enttäuschung kein Platz mehr.

„Wenn Du einen Menschen wirklich liebst, dann achte darauf, dass Du diese Person niemals verletzt oder enttäuschst.“

Ich wünsche Dir eine Woche mit offenen, ehrlichen und wertschätzenden Begegnungen,

Dein Joe