Denken erstickt Fantasie

Da war dieser Tausendfüßler, der mit seinen eintausend Füßen fantastisch tanzen konnte. Er war der Star in seinem Wald und alle Tiere bewunderten ihn für seine Tanzkünste. Wenn er tanzte, versammelten sich alle Tiere des Waldes um ihn zu bestaunen.

Alle – bis auf ein Tier: die Kröte konnte den Tausendfüßler und sein Tanzen nicht ausstehen.

Der Neid zerfraß die Kröte von Tag zu Tag immer mehr und sie überlegte, wie sie es denn schaffen könnte, den Tausendfüßler dazu zu bringen, mit dem Tanzen aufzuhören.

Da kam ihr eines Tages eine Idee und sie schrieb dem Tausendfüßler einen Brief:

„Oh Du einzigartiger, wundervoller Tausendfüßler. Ich bin ein so großer Bewunderer Deiner Kunst. Dein Tanzen ist göttlich und von unbeschreiblicher Schönheit. Bitte erkläre mir, wie Du das genau machst. Beginnst Du mit dem Bein Nummer 364 auf der rechten Seite und nimmst dann das Bein Nummer 827 auf der linken Seite? Oder startest Du Deinen Tanz, indem Du zuerst auf der linken Seite die Beine 286 bis 374 hebst und dann rechts das Bein 395 dazu nimmst? Wann genau kommt Dein linkes Bein Nummer 573 zum Einsatz? Wie genau machst Du das? Ich freue mich auf Deine Erklärung. Mit freundlichen Grüßen, Deine Bewunderin, die Kröte.“

Der Tausendfüßler las den Brief und begann zum ersten Mal in seinem Leben darüber nachzudenken, was er eigentlich beim Tanzen machte. Wie genau ging er vor?

Das war das Ende des tanzenden Tausendfüßlers.

Ab diesem Moment konnte er nicht mehr tanzen.

Sein Denken stand ihm im Weg.

Die Kröte wusste: Denken erstickt Fantasie.

Meine Idee für Dich: es ist nicht nötig, alles immer VERSTEHEN zu müssen. Die Frage, wie etwas funktioniert, ist unwichtig. Manchmal genügt es, sich einfach nur darüber zu freuen, dass etwas funktioniert.

Zu viel „Verstehen wollen“ raubt den Zauber so mancher schönen Sache.

Meine Kunden erleben in meinen Hypnose-Sitzungen so oft wunderbare, emotional stärkende und kräftige Momente. Auf die Frage, wie das denn funktionieren kann, gehe ich nicht ein. Die Schönheit des Moments wäre beeinträchtigt.

Du möchtest nicht wissen, wie die Liebe funktioniert. Du möchtest die Liebe fühlen.

Liebe Grüße,

Dein Joe

 

 

Hilfe, ich bin ein „Schoner“!

Es ist ein wunderschöner Freitagvormittag. Die Temperatur ist für Februar sehr mild und die Sonne strahlt mit mir um die Wette.

Ich schlendere mit meinem Freund durch die Innenstadt von Esslingen in Richtung eines Uhrenhändlers. Er möchte sich eine neue, tolle Uhr gönnen.

Er sucht sich einen traumhaften Zeitmesser aus und entscheidet sich dafür. Wir freuen uns beide über seine neue Errungenschaft.

Er fragt mich, warum ich denn meine Uhr nie trage? „Meine Uhr“, auch ein sagenhaftes Meisterwerk, habe ich mir vor einiger Zeit anlässlich des Abschlussballes meines Sohnes gekauft.

Ich habe mir diese Uhr gekauft, weil sie mir sehr gefällt.

Wenn ich sie trage, gibt sie mir ein fantastisches Gefühl.

Doch ich trage sie ja nie. Mein Freund hat Recht. Ich habe diese Uhr bis jetzt nur einmal getragen: am Abschlussball meines Sohnes.

Und seitdem?

Ist sie ordentlich verstaut in  ihrer Original-Verpackung im Schrank. Sie sieht kein Tageslicht, sie kommt mit keinem Staubkorn in Berührung.

Ich SCHONE meine Uhr.

Autsch, das tut in diesem Moment weh!

HILFE! Ich bin ein SCHONER!

Ich werde nachdenklich und plötzlich kann ich nur noch lachen. Herzhaft lachen, laut lachen. Über MICH:-).

Ich bin ein SCHONER:-):-):-)…

Ich mache das mit vielen Dingen. Was mir lieb und teuer ist, benutze ich nicht. Ich schone es. Und ich benutze es nicht nur „nicht“. Nein, ich bin viel besser: ich nutze diese Dinge NIE!

Ich bin der beste SCHONER weit und breit.

Ich bin der SCHONER-König von Esslingen.

Ich werde noch nachdenklicher. Was mache ich da? Was mache ich als SCHONER?

Ich verweigere mir freiwillig FREUDE an diesen schönen Dingen.

Macht das Sinn?

Ich verweigere mir freiwillig fantastische Gefühle, die mit der Nutzung verbunden sind.

Macht das Sinn?

So habe ich auch nach fünfzig Jahren noch Laufschuhe, die aussehen wie neu. Nur gelaufen bin ich damit nicht. Und in fünfzig Jahren kann ich das dann vielleicht nicht mehr.

Macht das Sinn?

NEIN!!! Macht es nicht!!! Überhaupt nicht!!!

Sinn komplett verfehlt. Es geht darum, FREUDE und SPASS an der Nutzung dieser Dinge zu haben. Dafür sind sie da.

Oh Joe, da hast Du heute was für Dich gelernt:-).

Seit diesem Tag trage ich meine Uhr ständig. Und was soll ich sagen:

Das ist GEIL! Ich freue mich in jedem Moment darüber und ich fühle mich gut.

Uhr Joe

Sinn der Uhr erfüllt. Macht Spaß.

Ich arbeite an mir und entdecke immer mehr eine ganz neue Seite an mir:

Ich entwickle mich vom SCHONER zum NUTZER. Ist toll.

Uns so rufe ich Dir heute laut und kräftig zu (ja, laut und kräftig, ich nutze meine Stimme und schone sie nicht mehr):

„Sei auch Du ein NUTZER und habe Freude und Spaß an den schönen Dingen, welche Dir gefallen.“

Dein Joe

Auge NEU