Nimm Dich selbst wichtig…

Wie wichtig nimmst Du Dich selbst? Ich hoffe: SEHR.

Weißt Du, was ich als Kind und als Jugendlicher unzählige Male, immer wieder und wieder, so oft von den Erwachsenen gesagt bekommen habe? Es war der Satz:

„Nimm Dich bloß selbst nicht so wichtig!“

Dummerweise habe ich das auch noch geglaubt. Mir blieb als Kind nichts anderes übrig. Die Menschen, die mir das ständig und zu jeder Gelegenheit sagten, waren meine Bezugspersonen, meine Lehrer, meine Erzeuger, meine Ernährer. Es waren die Menschen, von denen ich abhängig war und deren Liebe ich brauchte. Der Satz „Nimm Dich selbst bloß nicht so wichtig!“ war Teil meiner Erziehung und wurde somit zu einem meiner Glaubenssätze. Meine tief in mir drin verwurzelte Überzeugung war: „Ich darf mich selbst nicht so wichtig nehmen.“

Und genau das habe ich dann vierzig Jahre lang in meinem Leben auch nicht gemacht. Ich habe mich selbst nicht wichtig genommen. Ich habe es mir niemals erlauben können, mich wichtig zu nehmen.

Kannst Du Dir vorstellen, was das für mein Selbstwertgefühl bedeutet hat? Genau – ich fühlte mich nicht wertvoll. Ich fühlte mich nicht wichtig. Alle anderen waren wichtiger. Ich habe alle anderen als wichtig angesehen, nur mich selbst nicht. Alle anderen waren immer wertvoller als ich.

Ich kenne Menschen, die ständig und zu jeder Zeit alles für alle anderen tun. Ihre Aufmerksamkeit ist permanent darauf ausgerichtet, zu sehen, was die anderen jetzt scheinbar brauchen und wie sie ihnen das geben können. Da wird Hilfe immer und überall ungefragt geleistet, wo sie überhaupt nicht erwünscht oder notwendig ist. Ganz klar: alle anderen werden als wichtiger angesehen als sie selbst. „Erst mal schauen, dass es den anderen gut geht“ ist die Grundidee.

Dabei vergessen diese Menschen völlig, nach sich selbst zu schauen. Diese Menschen fühlen sich nur dann wertvoll, wenn sie für andere da sein können. Selbst empfinden sie sich als unwichtig und nicht liebenswert. Geliebt und anerkannt zu werden ist gebunden an persönliche Aufopferung – wie gesund das auf Dauer ist, überlasse ich Deiner eigenen Einschätzung.

Heute sage, denke, weiß und fühle ich:

„Ich bin der wichtigste Mensch für mich in meinem Leben.“

Frei nach Charlie Chaplin nenne ich das „Selbstliebe“. Ich zitiere Charlie Chaplin:

„Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“. Heute weiß ich: das ist SELBSTLIEBE.“

Heute bin ich so wunderbar nah bei mir selbst, bei meinen Gefühlen, bei meiner Intuition, bei meiner Liebe. Ich habe bemerkt: je mehr ich mich selbst liebe, desto mehr kann ich auch anderen Menschen Liebe geben – und zwar die bedingungslose Liebe. Ich schenke Liebe ohne dadurch mein eigenes Bedürfnis nach Liebe vom anderen stillen zu lassen.

Und ich habe erkannt: wenn es mir gut geht, dann geht es auch allen Menschen in meinem Umfeld gut mit mir.

Vergiß also bitte den Satz „Nimm Dich bloß selbst nicht so wichtig.“ Vergiß ihn für Dich und sage ihn auch niemals mehr zu einem anderen Menschen.

Sage, denke und fühle besser:

„DU bist der wichtigste Mensch für Dich in Deinem Leben. Kümmere Dich gut um Dich. Komm in Deine Kraft. Dann hast Du auch die Kraft, der Welt etwas zu geben, was sie wirklich ein Stück besser macht.“

DU BIST WERTVOLL,

Dein Joe

 

Wie kann ich denn nun meine „Angst in Mut“ verwandeln?

Zu meinem Beitrag von letzter Woche habe ich sehr viele Reaktionen bekommen. Vielen Dank für all die Fragen und Anregungen.

„Wie verwandle ich denn nun Angst in Mut, wie darf ich das konkret machen?“

Diese Frage wurde mir am häufigsten gestellt. „Angst“ ist das lähmendste Gefühl überhaupt, welches ich fühlen kann. Angst lässt mich erstarren, Angst raubt mir jede Freude und Energie. Angst hemmt mich, voran zu gehen und zu wachsen. Angst kann zerstören, in mir selbst und auch in meinen Beziehungen zu geliebten Menschen. Es gibt jede Menge Ängste, die ich mir machen kann: Angst vor Ablehnung, Angst vor dem Alleinsein, Angst vor Neuem und Unbekanntem, Angst vor dem Scheitern… diese Liste lässt sich fortsetzen. Und meistens sind es dann Kombinationen aus verschiedenen Ängsten welche ich empfinden kann.

Ich glaube (und hier ist mir erlaubt, Anthony Robbins zu zitieren), dass es zwei primäre Grundängste gibt, die alle Menschen haben und auf welche die meisten  anderen Variationen von Ängsten zurückzuführen sind:

  • Die Angst, dass ich nicht gut genug bin
  • Die Angst, dass ich nicht geliebt werde

Die Angst, NICHT GENUG zu sein, z.B. für meine Ehefrau oder auch früher als Kind für meine Eltern, um nur zwei Beispiele zu nennen, ist dabei eng verbunden mit der Angst, NICHT GELIEBT zu werden. Sobald ich mir das Gefühl mache, nicht genug zu sein, sobald ich mich ständig mit anderen vergleiche und mich dabei vor mir selbst immer schlechter dastehen lasse, kann ich keine Wertschätzung mir selber gegenüber empfinden. Auf diese Weise MUSS ich mir selber glauben machen, es NICHT WERT zu sein, geliebt zu werden. Und ich, Du, wir alle brauchen das Gefühl der Verbundenheit, das Gefühl des „Geliebt werdens.“ Dies ist eines unserer primären menschlichen Grundbedürfnisse. Das macht uns zum Menschen.

Immer wieder kommen Kunden zu mir mit der Bitte, doch diese beiden primären Grundängste „weg zu machen“, „verschwinden zu lassen“. Das geht nicht, diese Ängste sind fest in uns verankert und untrennbar verbunden mit unserem ebenfalls fest verankertem Bedürfnis nach Liebe. Ich kann jedoch lernen, der Wertschätzung mir selber gegenüber mit wacher Achtsamkeit gegenüber zu treten. Immer wieder prüfe ich und bin wach, ob und wie ich meine eigene Wertschätzung sabotiere. Und ich war bis vor wenigen Jahren noch ein Meister im „Sabotieren“ meines eigenen „Ichs“. Auch heute noch trete ich immer mal wieder in die ein oder andere Falle und dann geht es mit meinem Selbstwert schlagartig auf ein Niveau unterhalb der Schuhsohle. Meine Gedanken-Spirale beginnt sich zu drehen: „Bin ich genug? Bin ich es wert, geliebt zu werden? Werde ich geliebt? Sind andere nicht viel liebens-werter?“ Mein Energie-Niveau sinkt dramatisch, ich bin zu keinem klaren Gedanken mehr fähig und mein Körper gibt mir sofort „Feedback“ indem es mir auch körperlich schlecht geht. Ich spüre in diesen Momenten, wie ich nicht nur mir sondern auch den Menschen in meiner Umgebung Energie raube.

Zum Glück passiert mir das heute immer seltener und ich komme deutlich schneller wieder raus aus diesem Zustand als früher. Ich werde weiter hart trainieren, um so schnell wie möglich diese drastischen „Ausreißer“, die ich genauso wenig brauche wie Hundekot an meinen Schuhsohlen, noch weiter aus meinem Erleben zu verbannen.

 „Wie verwandle ich denn nun Angst in Mut, wie darf ich das konkret machen?“

Weißt Du, MUT bedeutet für mich, die ANGST erst mal als solche anzunehmen und zu akzeptieren. Ich will sie nicht mehr „weg machen“, ich akzeptiere, dass sie in mir ist. Ich arbeite nicht gegen die Angst, ich arbeite für meine eigene Wertschätzung. In dem Maße, wie ich meine eigene Wertschätzung erhöhe, verliert die Angst ihre Macht über meine Gedanken und mein Empfinden.

Du kannst damit jetzt sofort mit einer einfachen Übung beginnen: schließe Deine Augen, atme ein paar Mal tief durch, komme etwas zur Ruhe und sage zu Dir selbst fünf Dinge, die Du an Dir magst. Das kannst Du immer wieder machen, finde ständig neue liebenswerte Dinge an Dir, wie Du bist und was Du machst. Beginne in kleinen Schritten damit, Deinen Fokus immer mehr darauf zu richten, dass Du Dich liebst. Habe den MUT, Dich selbst so zu lieben und anzunehmen, wie Du bist. Schon diese kleine Übung ist ein Schritt in eine gute Richtung.

Ganz wichtig: BLEIB DRAN, Veränderungen brauchen manchmal Zeit… Du bist ein einzigartig großartiger Mensch, jeden Tag aufs Neue…

wertschätzende Grüße, Joe